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Staat und zivilgesellchaft bei Antonio Rosmini

Videokurs gehalten von Prof. Markus Krienke

Es kommt allzu häufig vor, dass jemand, der weiß, dass er ein Recht besitzt, glaubt, dieses Recht unbegrenzt und nach Lust und Laune gebrauchen zu können. Das ist ein verhängnisvoller Irrtum, der in der Gesellschaft auf der Seite der Mitglieder Unbotmäßigkeit und Rebellion gegen die Regierung und Zwangsmaßnahmen und Despotismus seitens der Regierung erzeugt“ – mit dieser Aussage bringt Antonio Rosmini (1797-1855) die spezifische Dynamik moderner Gesellschaften auf den Punkt, die er mit seinen Konzepten von „Sozialer Gerechtigkeit“ und „Zivilgesellschaft“ gegen eine selbstzersetzende, amoralische Dynamik modernen Freiheitsverständnisses zu verteidigen sucht. Einerseits dürfe die „Zivilgesellschaft“ nur als spezifische, keinesfalls totalisierende Form der Realisierung der menschlichen Sozialnatur verstanden werden: Familie und religiöse Gemeinschaft ergänzen diese konstitutiv. Dies bedeutet andererseits aber auch, dass er „soziale Gerechtigkeit“ als Garantie von Freiheit und fairem Wettbewerb in der Zivilgesellschaft verstehen kann, womit er aller staatlichen Korrektur misstraut. Weder die republikanische Versicherung eines Gemeinwesens vernunftbegabter Wesen (Kant), noch die ethische Realisierung des Menschseins im Rechtsstaat (Hegel) sind für Rosmini die entscheidenden Sinnkategorien der Politik, sondern die Realisierung der Person in ihrer moralischen Freiheit. Es sind in der Tat letztlich anthropologische Grundeinsichten, welche Rosmini zu dieser Architektur politischer Ordnung führen.

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